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Klimaschutz an der Tankstelle

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Autofahrer können künftig beim Tanken etwas für den Klimaschutz tun. Ein kleiner Aufschlag auf den Preis an der Bft-Tankstelle in Wollmatingen fließt in die Aufforstung von Wäldern. Die Aktion „Klima-Bonus“ wurde von den Bft-Tankstellen, dem AvD (Automobilclub von Deutschland) und der Firma Global-Woods AG ins Leben gerufen.

Das Projekt funktioniert ganz einfach: Der Autofahrer leistet für jeden Liter Benzin einen Klimabeitrag von zwei Cent. Das Geld fließe direkt in die Aufforstung, berichtete Hans F. Ley, Geschäftsführer der Brüder Ley GmbH, die die Tankstelle verpachtet. Alternativ kann der Fahrer eine Jahresvignette erwerben, bei einem Verbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer und 20000 Kilometer Fahrleistung im Jahr koste sie 32 Euro. Wer aufs Autofahren angewiesen sei, könne so seinen Beitrag zur Reduzierung der Kohlendioxid-Ausstöße (CO2) leisten. „Das hat nichts mit Ablasshandel zu tun“, sagte er. So geben die Tankstellen und der AvD Tipps zum Kraftstoff sparen (siehe Infokasten). Außerdem unterstützen sie die Steigerung der Energieeffizienz bei Fahrzeugen und Kraftstoffen.

Die Global-Woods AG betreibt mehrere Aufforstungs-Projekte in der Welt. Jeder vom Unternehmen gepflanzte Baum bindet CO2. Durch die Zusammenarbeit mit den Tankstellen wolle man zur gewünschten weltweiten Halbierung der Treibhausgas-Ausstöße beitragen, sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Vohrer bei der Vorstellung der Aktion in Wollmatingen. Der Verbrauch eines Liters Benzin verursache etwa 2,5 Kilogramm CO2-Ausstoß. Die zwei Cent Zuschlag seien danach berechnet: Mit dem Geld könne die Menge Holz angebaut werden, die dieses Kohlendioxid binde. Das Projekt sei jederzeit kontrollierbar, so gebe es im Internet ein Kataster mit den mit Bäumen bepflanzten Flächen.

CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Jung, der an der Klimakonferenz in Bali teilgenommen hat, bezeichnete den Klimaschutz als „die globale Herausforderung im 21.Jahrhundert“. Um die Ziele zu erreichen, sei jeder gefragt: „Es braucht ein gewaltiges Umdenken.“ Der Klima-Bonus sei die richtige Lösung für jene, die aufs Auto angewiesen sind. Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Umweltverbandes Global Nature Fund, mahnte allerdings davor, nicht nur auf Aufforstungs-Programme zu setzen. Das nach wie vor immense Abholzen der Wälder in der Welt müsse ebenso gestoppt werden. „Das Verursacherprinzip ist sehr wichtig.“

Infos im Internet: www.klima-bonus.de

Sprit sparen

Der Automobilclub AvD gibt Tipps zum Benzin sparen:

  • Dachgepäckträger abmontieren, Fenster schließen: Weniger Luftwiderstand bedeutet weniger Verbrauch.
  • Auto von unnötigem Ballast befreien: 100 Kilo Gewicht erhöhen den Verbrauch um rund 0,5 Liter.
  • Um den Rollwiderstand zu minimieren, sollte der Reifendruck um 0,1 oder 0,2 bar über das Soll erhöht werden.
  • Vorausschauend fahren: Rechtzeitig vor der roten Ampel den Fuß vom Gas nehmen und den Wagen eingekuppelt rollen lassen. Wer auch nur ein paar Sekunden steht, sollte den Motor ausschalten.
  • Bei gleichmäßiger Fahrweise und moderatem Tempo lässt sich der Verbrauch deutlich senken.
  • Den Wagen nicht hochtourig fahren, sondern frühzeitig schalten.
  • Die Klimaanlage nur einschalten, wenn sie benötigt wird.

Quelle: SÜDKURIER, 9.2.2008

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