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Stadt kauft weiter Bauland

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Die Konstanzer Stadtverwaltung sieht sich mit ihrer Bodenpolitik auf einem guten Weg. Bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sagte Christoph Sigg vom Hochbau- und Liegenschaftsamt, man arbeite in den Gebieten Gerstäcker in Wollmatingen und Hafner-Nord zwischen Wollmatingen und Litzelstetten aktiv daran, 60 Prozent der Flächen in städtische Hand zu bekommen. Damit soll der Wohnungsbau gesteuert und Wohnraum auch für weniger Begüterte ermöglicht werden.

1985 hatte der Gemeinderat das so genannte Konstanzer Grunderwerbsmodell beschlossen, nach dem die Stadt versucht, aktiv in der Bodenpolitik mitzumischen. In der Diskussion unter den Ausschussmitgliedern zeigte sich allerdings, dass das Verfahren nach wie vor umstritten ist: Während etwa Stadtrat Herbert Weber (SPD) eine stärkere Einmischung der Verwaltung für notwendig hielt, forderte Jürgen Faden (Freie Wähler), dass man das Thema in größerem Maß als bisher dem Markt überlassen solle. Diskussion gab es auch darum, ob die Verwaltung vermehrt aktiv auf Grundstücksbesitzer zugehen und ihnen Kaufangebote machen soll.

Im Gebiet Gerstäcker kam die Stadt im vergangenen Jahr überhaupt nicht zum Zuge. Bisher sind dort laut Verwaltung rund 27 Prozent oder 24420 Quadratmeter der voraussichtlichen Wohnbaufläche in Händen der Verwaltung. Grund war laut Sigg, dass keine Grundstücke veräußert wurden, bei denen die Stadt ihr Vorkaufsrecht hätte ausüben können.

Im Gebiet Hafner-Nord erwarb die Stadt dagegen mehrere Grundstücke mit einer Gesamtgröße von 11700 Quadratmetern, die insgesamt knapp 200000 Euro kosteten. Damit hat sich der städtische Anteil auf 30,8 Prozent erhöht. Auch in diesem Jahr soll wieder aufgekauft werden. Bis die Stadt ihr Ziel von 60 Prozent Besitzanteil erreicht hat, muss sie in dem ausgedehnten Gebiet allerdings noch rund 300000 Quadratmeter aufkaufen. Im Etat 2007/2008 sind erhebliche Mittel für den Grunderwerb vorgesehen.

Quelle: SÜDKURIER, 05.02.2007

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